Das Problem, von der Kunst zu leben
Saale-Unstrut-Weine mit von Thüringer Künstlern gestalteten Etiketten gehören ebenso zur Angebotsfülle von "artthuer" wie eine Performance des Weimarer Modetheaters "gnadenlos schick" oder das Messekino der Bauhaus-Universität. 123 Künstler haben sich diesmal zu der seit 1998 im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Thüringer Kunstmesse angemeldet. Vom 10. bis 12. November offerieren sie bei der mittlerweile fünften Auflage ihre Werke in der Erfurter Thüringenhalle. Neu ist diesmal an der vom Verband Bildender Künstler Thüringen (VBK) organisierte Exposition eine an allen Messetagen zu besichtigende Ausstellung mit den Ergebnissen des Plakatwettbewerbes zum Kulturabbau in Thüringen. Spricht man derzeit viel über die von ministerieller Sparwut bedrohten Theatermitarbeiter und Musiker, so darf man die bildenden Künstler und Kunsthandwerker nicht aus den Augen verlieren, die oft am Existenzminimum angelangt sind. Der Anteil für bildende Kunst am Landeshaushalt beträgt gerade mal 0,0027 Prozent, wie man auf einem Plakat im Büro der VBK-Geschäftsführerin Elvira Franz lesen kann. Und wurde die vorige Kunstmesse noch mit 35000 Euro vom Land unterstützt, so muss man diesmal mit 4000 Euro auskommen. Zum Ausgleich hat der VBK sich noch mehr Sponsoren gesucht. Wichtigster Unterstützer der von der TLZ präsentierten Offerte ist nach wie vor die Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen. Dass die Ausstellung in der Vorweihnachtszeit stattfindet, hat seinen guten Grund – denn natürlich soll verkauft werden. Und da mancher bei Ideen für Weihnachtsgeschenke ins Grübeln gerät, ist die "artthuer" der Ort, um hier etwas Passendes für die Lieben zu finden. Eröffnet wird die Exposition am 10. November, 13 Uhr, durch ihren Schirmherren, den Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz. Am 11. November, 14 Uhr, wird Kultusminister Jens Goebel den Preis der Kunstmesse vergeben. Führungen werden an allen Messetagen 15 und 17 Uhr angeboten. Eine Kinderbetreuung wird jeweils von 11 bis 17 Uhr ermöglicht. Ob Sybille Suchy aus Achelstädt mit ihren Filzobjekten, Susanne Precht aus Lauscha mit Glaskunst, Frank Müller aus Jena mit seiner Fotoinstallation oder Bildbänden, Eva Bruszis mit Malerei und Zeichnung, Karl-Heinz Appelt mit Plastik und Grafik, Ulrike Drasdo aus Hohenfelden mit fantasievollen Webereien, Johanna Hitzler aus Blankenhain mit ausgefallenen Porzellanarbeiten, Nina Klatt aus Gotha mit feinstem Schmuck – das Angebot ist reichhaltig. Bestimmt ist für jeden etwas dabei.
(Peter-Alexander Fiedler)